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title: "Pflegetagebuch Beispiel ausgefüllt: ein ganzer Tag mit Uhrzeiten"
description: "Ausgefülltes Pflegetagebuch für einen ganzen Tag: Mutter, 81, beginnende Demenz und Arthrose. Mit Uhrzeiten, Modulen, Nacht und schlechten vs. guten Einträgen."
url: https://pflegegrad-tagebuch.de/pflegetagebuch-beispiel/
lang: de
author: Dawid Szewczyk
published: 2026-11-02
updated: 2026-11-02
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# Pflegetagebuch Beispiel ausgefüllt: ein ganzer Tag mit Uhrzeiten

**Kurz:** Ein guter Eintrag nennt **Uhrzeit**, **genaue Tätigkeit**, **Art der Hilfe** (erinnern, anleiten, einen Teil oder alles übernehmen) und den **Grund**. Statt „Hilfe beim Duschen“ schreibst du: „7:30 Duschen. Ich stelle das Wasser ein, wasche Rücken, Beine und Füße. Gesicht und Brust wäscht sie selbst. Allein geht sie nicht in die Dusche, letzte Woche ist sie fast ausgerutscht.“ Das Beispiel unten zeigt **einen Tag mit 26 Einträgen** aus **allen 6 Modulen**, dazu die Nacht und eine Strichliste für **zwei Wochen**.

> Keine Rechts- oder Pflegeberatung. Diese Seite erklärt, wie die Begutachtung nach SGB XI aufgebaut ist und wie ein Pflegetagebuch dabei hilft. Den Pflegegrad legt die Pflegekasse fest. Kostenlose Beratung bekommst du bei der Pflegeberatung deiner Pflegekasse (§ 7a SGB XI) oder einem Pflegestützpunkt.

## Wer hier pflegt

Ein ausgedachtes, aber typisches Beispiel. **Ingrid, 81**, wohnt seit dem Frühjahr in der Einliegerwohnung im Haus ihrer Tochter Sabine. Diagnosen: beginnende Alzheimer-Demenz, seit acht Monaten bekannt. Arthrose in beiden Händen und im rechten Knie. Blutdrucktabletten morgens und abends.

Ingrid sagt über sich: „Ich mache noch alles selbst.“ Sabine weiß, dass das nicht stimmt. Sie führt das Tagebuch 14 Tage lang vor dem Termin mit dem Medizinischen Dienst. Hier ist ihr Dienstag.

## Der Tag, ausgefüllt

### Nacht von Montag auf Dienstag

| Uhrzeit | Was passiert ist, und was ich getan habe | Modul |
|---|---|---|
| 2:50 | Mama steht angezogen im Flur und will „zum Bus“. Ich bringe sie zurück ins Bett und bleibe 20 Minuten, bis sie ruhig ist. Vierte Nacht diese Woche. | 3 Verhalten, 6 Schlafen |
| 4:30 | Ich höre sie zur Toilette gehen. Ich begleite sie, weil sie nachts unsicher geht und sich am Türrahmen festhält. Auf der Toilette selbst kommt sie allein zurecht. | 1 Mobilität |

### Morgen

| Uhrzeit | Was passiert ist, und was ich getan habe | Modul |
|---|---|---|
| 7:15 | Aufstehen. Sie braucht zwei Anläufe und zieht sich an meinem Arm hoch. Allein schafft sie es an schlechten Tagen nicht aus dem Bett. | 1 Mobilität |
| 7:30 | Duschen. Ich stelle das Wasser ein, wasche Rücken, Beine und Füße und spüle die Haare aus. Gesicht, Brust und Arme wäscht sie selbst. Allein geht sie nicht in die Dusche, letzte Woche ist sie fast ausgerutscht. | 4 Selbstversorgung |
| 7:50 | Intimbereich wäscht sie selbst. Ich reiche ihr den Waschlappen und erinnere sie daran. | 4 Selbstversorgung |
| 7:55 | Zahnprothese reinige ich. Mit ihren Händen kann sie die Bürste nicht fest genug halten. Haare kämmt sie selbst. | 4 Selbstversorgung |
| 8:00 | Anziehen. Ich lege die Kleidung raus, sonst zieht sie die Sachen von gestern oder zwei Pullover übereinander an. Den Pullover zieht sie selbst an, die Knöpfe der Strickjacke mache ich zu. Unterhose, Hose, Strümpfe und Schuhe ziehe ich ihr an. Sie kommt wegen Knie und Händen nicht an die Füße. | 4 Selbstversorgung, 2 Kognition |
| 8:20 | Frühstück. Ich schmiere und schneide das Brot und schenke den Kaffee ein, die Kanne ist ihr zu schwer. Essen tut sie selbst. | 4 Selbstversorgung |
| 8:30 | Tabletten. Ich gebe sie ihr aus dem Wochendosierer in die Hand und bleibe, bis sie geschluckt hat. Am Sonntag lag die Abendtablette morgens noch auf dem Tisch. | 5 Krankheit und Therapie |
| 8:35 | Blutdruck messen, wie die Hausärztin es will. Die Manschette lege ich an, sie bekommt den Klettverschluss nicht zu. Ich schreibe den Wert auf. | 5 Krankheit und Therapie |

### Vormittag

| Uhrzeit | Was passiert ist, und was ich getan habe | Modul |
|---|---|---|
| 9:30 | Sie fragt dreimal, welcher Tag heute ist. Dann fragt sie, ob Papa zum Mittagessen kommt. Papa ist 2019 gestorben. Ich erkläre es ihr ruhig. | 2 Kognition |
| 10:15 | Sie will ihre Freundin Erna anrufen und findet die Nummer nicht. Ich suche sie raus und wähle für sie. | 6 Alltag und Kontakte |
| 10:45 | Sie hat die Herdplatte für Tee angeschaltet und ist ins Wohnzimmer gegangen. Ich habe sie ausgeschaltet. Seit heute ist der Herd über die Sicherung aus. | 2 Kognition |
| 11:00 | Bis jetzt eine halbe Tasse getrunken. Ich stelle ihr ein Glas Wasser hin und erinnere sie alle ein bis zwei Stunden. Ohne Erinnerung trinkt sie bis abends kaum etwas. | 4 Selbstversorgung |

### Mittag und Nachmittag

| Uhrzeit | Was passiert ist, und was ich getan habe | Modul |
|---|---|---|
| 12:30 | Mittagessen. Fleisch und Kartoffeln schneide ich klein. Sie isst selbst, hört aber nach ein paar Bissen auf. Ich muss sie zweimal ermuntern weiterzuessen. | 4 Selbstversorgung |
| 13:00 | Toilette geht sie allein, mit Sitzerhöhung. Ans Händewaschen erinnere ich sie. | 4 Selbstversorgung |
| 13:15 | Sie legt sich hin und schläft eine Stunde. | 6 Alltag und Kontakte |
| 15:30 | Kurz in den Garten. An den vier Stufen der Haustür braucht sie das Geländer und meinen Arm. | 1 Mobilität |
| 16:00 | Sie sitzt vor dem laufenden Fernseher, ohne hinzusehen. Von sich aus fängt sie nichts an. Wenn ich ihr Handtücher zum Falten gebe, macht sie zehn Minuten mit. | 6 Alltag und Kontakte |
| 17:30 | Sie wird unruhig und ängstlich und fragt, wann sie nach Hause darf. Sie ist zu Hause. 25 Minuten beruhigen, mit Fotos und Tee. Das passiert jeden Nachmittag. | 3 Verhalten |

### Abend

| Uhrzeit | Was passiert ist, und was ich getan habe | Modul |
|---|---|---|
| 18:30 | Abendbrot. Brot schmiere und schneide ich, Tee schenke ich ein. | 4 Selbstversorgung |
| 19:00 | Abendtablette aus dem Dosierer gegeben und gewartet, bis sie geschluckt hat. Blutdruck gemessen, Manschette angelegt. | 5 Krankheit und Therapie |
| 20:30 | Ausziehen. Hose, Strümpfe und Schuhe ziehe ich aus. Das Nachthemd zieht sie selbst über, ich ziehe es hinten herunter. | 4 Selbstversorgung |
| 20:45 | Prothese herausnehmen und reinigen mache ich. | 4 Selbstversorgung |
| 21:00 | Ins Bett. Sie setzt sich auf die Bettkante, ich hebe ihre Beine ins Bett, wegen des Knies. | 1 Mobilität |
| 21:10 | Sie fragt, ob morgen Sonntag ist. Es ist Dienstag. Ich lasse das Flurlicht an, damit sie nachts die Toilette findet. | 2 Kognition, 6 Schlafen |

Dazu eine Zeile in der Wochenübersicht: **Donnerstag Physiotherapie.** Ich fahre sie hin und bleibe dabei, etwa 90 Minuten mit Fahrt. Arzt- und Therapiebesuche zählen in Modul 5, wenn jemand begleiten muss.

## So nicht, sondern so

Der Unterschied zwischen einem schwachen und einem starken Eintrag ist selten die Länge. Es ist die Genauigkeit.

| So nicht | So besser |
|---|---|
| Hilfe beim Duschen | Ich stelle das Wasser ein, wasche Rücken, Beine, Füße. Gesicht und Brust wäscht sie selbst. Allein geht sie nicht in die Dusche (fast ausgerutscht). |
| Medikamente gegeben | Tabletten aus dem Dosierer gegeben und gewartet, bis sie geschluckt hat. Ohne mich vergisst sie sie (Sonntag lag die Abendtablette noch da). |
| Nachts unruhig | 2:50 angezogen im Flur, wollte zum Bus. 20 Minuten bis sie wieder lag. Vierte Nacht diese Woche. |
| Zieht sich selbst an | Pullover selbst. Knöpfe, Hose, Strümpfe, Schuhe mache ich, sie kommt nicht an die Füße. Kleidung lege ich raus, sonst zieht sie die von gestern an. |
| Isst normal | Isst selbst, aber Fleisch und Brot schneide ich, Kanne halte ich. Ich muss sie zweimal pro Mahlzeit ermuntern. |
| Etwas vergesslich | Fragt vor 10 Uhr dreimal nach dem Wochentag. Fragt, ob ihr Mann (gestorben 2019) zum Essen kommt. Hat den Herd angelassen. |

Jede gute Zeile beantwortet dieselben Fragen: **Was** genau? **Welcher Teil** davon geht noch allein? **Welche Hilfe** von dir? **Warum**? Damit kann der Gutachter jedes Kriterium einordnen, also selbständig, überwiegend selbständig, überwiegend unselbständig oder unselbständig.

## Die Strichliste für zwei Wochen

Für Modul 3 fragt der Gutachter nicht „ob“, sondern „wie oft“. Laut Anlage 1 zu § 15 SGB XI gibt es vier Stufen: nie oder sehr selten, selten (**ein- bis dreimal in zwei Wochen**), häufig (**zweimal bis mehrmals pro Woche, aber nicht täglich**) und täglich. Sabine zählt deshalb mit Strichen:

| Verhalten | Woche 1 | Woche 2 | Summe | Was das heißt |
|---|---|---|---|---|
| Nachts aufgestanden, will weg | 4 | 5 | 9 von 14 Nächten | häufig |
| Ängstlich am Nachmittag, will „nach Hause“ | 7 | 7 | 14 von 14 Tagen | täglich |
| Wehrt sich gegen das Duschen | 1 | 1 | 2 | selten |

Ohne Strichliste hätte Sabine im Termin gesagt: „Nachts ist sie manchmal unruhig.“ „Manchmal“ ist für den Gutachter ein Ratespiel. „Neunmal in zwei Wochen“ ist eine Antwort.

## Wenn sich das Aufschreiben falsch anfühlt

Viele Angehörige sagen: Ich will meine Mutter nicht auf ihre Schwächen reduzieren. Das musst du auch nicht. Schreib auf, was sie selbst schafft, genauso klar wie das, was sie nicht schafft. „Gesicht wäscht sie selbst“ ist ein wichtiger Satz. Er zeigt, dass du genau hinschaust, und er macht die anderen Einträge glaubwürdig.

Das Tagebuch ist kein Urteil über deine Mutter. Es beschreibt die Hilfe, die du jeden Tag leistest, damit sie die Unterstützung bekommt, die ihr zusteht. Leg es so ab, dass sie es nicht zufällig liest, und lies es im Termin nicht vor ihr vor. Gib es dem Gutachter in die Hand.

## Was viele erwarten, und was wirklich passiert

- **„Ein guter Eintrag muss lang sein.“** Nein. Konkret schlägt lang. Eine Zeile mit Uhrzeit, Tätigkeit, Art der Hilfe und Grund reicht.
- **„Ich muss jeden Tag jeden Handgriff neu aufschreiben.“** Beschreib die festen Abläufe an den ersten zwei Tagen genau. Danach reicht „wie Dienstag“, plus alles, was anders war.
- **„Was sie noch selbst kann, lasse ich lieber weg.“** Lass es drin. Der Gutachter fragt sowieso danach. Wenn dein Tagebuch es schon sagt, wirkt der Rest ehrlich.
- **„Der Gutachter sieht doch selbst, wie es ihr geht.“** Er sieht eine Stunde an einem Vormittag. Die Nacht, den Nachmittag mit der Angst und den Herd sieht er nur in deinem Tagebuch.

## Was du heute tun kannst

1. Druck die [Vorlage](https://pflegegrad-tagebuch.de/vorlage/) aus, oder nimm ein Heft und zeichne die Spalten Uhrzeit, Was passiert ist, Modul.
2. Schreib heute Abend deinen Tag auf, so wie Sabine oben. Fang mit der Nacht an.
3. Leg eine Strichliste für Unruhe, Ängste und Abwehr an und zähl zwei Wochen lang.
4. Nimm drei deiner bisherigen Einträge und schreib sie nach dem Muster „So besser“ neu.
5. Lies vor dem Termin, was der MD fragt: [Pflegegrad berechnen: die 6 Module](https://pflegegrad-tagebuch.de/pflegegrad-punkte-module/) und [MD-Begutachtung vorbereiten](https://pflegegrad-tagebuch.de/md-begutachtung-vorbereiten/).

Das Beispiel ist erfunden und zeigt, wie Einträge aussehen können. Es sagt nichts darüber, welchen Pflegegrad jemand bekommt. Bei Fragen zu deinem Fall hilft die Pflegeberatung deiner Pflegekasse (§ 7a SGB XI), die Kosten trägt die Pflegekasse.

## Kostenlose Vorlage

Pflegetagebuch-Vorlage als PDF (4 Seiten): https://pflegegrad-tagebuch.de/pflegetagebuch-vorlage.pdf

## Häufige Fragen

**Wie sieht ein ausgefülltes Pflegetagebuch aus?**

Pro Tag eine Seite mit Zeilen: Uhrzeit, was genau passiert ist, welche Hilfe du geleistet hast, warum, und das Modul. Dazu eine Zeile für die Nacht und eine Strichliste für Verhalten wie Unruhe oder Ängste über zwei Wochen.

**Was schreibe ich statt „Hilfe beim Waschen“?**

Welcher Teil des Körpers, was du übernimmst, was sie selbst macht und warum. Zum Beispiel: „Rücken, Beine und Füße wasche ich, Gesicht und Brust wäscht sie selbst. Allein traut sie sich wegen Schwindel nicht in die Dusche.“

**Muss ich auch aufschreiben, was meine Mutter noch selbst kann?**

Ja. Das grenzt deine Hilfe genau ab und macht das Tagebuch glaubwürdig. Der Gutachter fragt ohnehin danach.

**Wie trage ich nächtliche Unruhe richtig ein?**

Mit Uhrzeit, was passiert ist und wie lange du gebraucht hast. Zähl außerdem mit, in wie vielen Nächten es in zwei Wochen vorkommt. Der MD unterscheidet zwischen selten (ein- bis dreimal in zwei Wochen), häufig (mehrmals pro Woche, nicht täglich) und täglich.

**Zählt Erinnern und Aufpassen auch als Hilfe?**

Ja. Ans Trinken erinnern, beim Duschen danebenstehen, Tabletten reichen und warten, bis sie geschluckt sind: Das alles ist Hilfe. Schreib es auf, auch wenn du nichts anfasst.

## Quellen

1. Anlage 1 zu § 15 SGB XI, Einzelpunkte der Module: https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_11/anlage_1.html
2. § 14 SGB XI, Begriff der Pflegebedürftigkeit: https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_11/__14.html
3. gesund.bund.de: Pflegebegutachtung: https://gesund.bund.de/pflegebegutachtung
4. Verbraucherzentrale: Begutachtung durch den Medizinischen Dienst, so können Sie sich vorbereiten: https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/gesundheit-pflege/pflegeantrag-und-leistungen/begutachtung-durch-medizinischen-dienst-so-koennen-sie-sich-vorbereiten-13414

Geschrieben von Dawid Szewczyk, zuletzt geprüft am 2. November 2026. HTML: https://pflegegrad-tagebuch.de/pflegetagebuch-beispiel/
